Psychologische grundsätze alter
Cerebrale Lateralisation bezeichnet die unterschiedliche Funktion beider Hirnhemisphären. Die linke hat vor allem die sprachlichen Fähigkeiten und kann komplizierte logische und analytische Tätigkeiten vollbringen. Die rechte Hemisphäre hat dagegen ein hoch entwickeltes räumliches Vorstellungsvermögen und ein weit besseres visuelles Wahrnehmungsvermögen.
Im Abschnitt Genetik und Verhalten werden die Grundprinzipien der Vererbung, die Mendelschen Gesetze, die Wirkung unterschiedlicher Erbfaktoren Gene auf die Merkmalsausprägung bei homozygoten und heterozygoten Organismen umrissen. Bei der als Mitose bezeichneten Zellteilung mit identischer Reduplikation bleibt der normal doppelte oder diploide Chromosomensatz erhalten.
Bei der Reduktionsteilung Meiose , aus der die Keimzellen Eizellen oder Spermien hervorgehen, werden die Chromosomenpaare geteilt so dass jede Keimzelle nur den halben haploiden Chromosomensatz erhält. Es werden Chromosomenbau und Molekulargenetik, dazu die Rolle von DNA und RNA, besprochen. Im Abschnitt Vererbung, Umwelt und Verhaltensgenetik wird die Bedeutung und Reichweite der Erbe-Umwelt-Frage erörtert, die Frage des genetischen Potenzials, der begrenzten Prädisposition und die Selektive Zuchtwahl, die auch für intellektuelle kognitive Fähigkeiten nachgewiesen wurde.
Wahrnehmung basiert auf der Verarbeitung von an den Rezeptororganen aufgenommenen Reizenergien. Die verschieden Sinnesmodalitäten werden in spezialisierten Hirnarealen verarbeitet. Verschiedenartige Messverfahren der Empfindungsstärke haben zur Formulierung unterschiedlicher Funktionen geführt. In der Signalentdeckungstheorie werden zusätzlich Antwortkriterien der wahrnehmenden Personen berücksichtigt.
Über die Netzhäute aufgenommene visuelle Informationen werden entlang der Sehbahn in den visuellen Cortex fortgeleitet. Bereits in der Netzhaut kommt es zum Phänomen der Kontrastverstärkung durch laterale Hemmung. Neurone des visuellen Systems weisen rezeptive Felder auf, die mit zunehmendem Abstand zum Rezeptororgan auf immer kompliziertere Reizereignisse reagieren.
Im visuellen Cortex herrscht eine retinotope und merkmalsspezifische Repräsentation vor. Farbwahrnehmung beruht auf den Aktivierungsmustern der drei für unterschiedliche Wellenlängen sensitiven Zapfen der Netzhaut. Auf nachgelagerter Ebene herrscht eine antagonistische Verschaltung vor, welche zum Phänomen der Gegenfarb-Komplexe Rot-Grün und Blau-Gelb führt.
Zur Abschätzung der Entfernung von Gegenständen greift das visuelle System auf diverse Tiefenhinweise zurück, die teils der Netzhaut eines einzelnen Auges entnommen werden können und teils auf dem Vergleich der Netzhautbilder beider Augen Querdisparation beruhen. Die Strukturierung sensorischer Information erfolgt anhand verschiedener Prinzipien der Gestaltbildung.
Das Erkennen von dreidimensionalen Objekten basiert möglicherweise auf der Identifikation elementarer Teilkörper und wird durch Faktoren des situativen Kontexts beeinflusst. Die Wahrnehmung von Bewegung geht mit negativen Nacheffekten einher. Scheinbewegungen ergeben sich bei Darbietung leicht veränderter Bilder in rascher Abfolge. Bei der Konstituierung eines spezifischen Bewegungseindrucks bei den ambigen Reizvorlagen spielen Heuristiken eine bedeutende Rolle.
Das auditive System vermittelt die Wahrnehmung von Schallwellen, die sich in Begriffen von Lautstärke, Tonhöhe und Klangfarbe beschreiben lässt. Hier kommt es zu einer Zerlegung des anliegenden Schalls in Bestandteile unterschiedlicher Frequenz. Zur Lokalisation von Schallquellen werden interaurale Unterschiede in der Schallintensität und Reizeinsatzzeit herangezogen.
Die Strukturierung der akustischen Reizumgebung beruht auf verschiedenen Gruppierungsprinzipien. Geruchswahrnehmung basiert auf der Stimulation von Rezeptorzellen in der Riechschleimhaut. Verschiedene Geruchsqualitäten werden vermutlich durch das Muster der durch einen Riechstoff aktivierten Rezeptorzellen codiert. Geschmackswahrnehmung basiert auf der Stimulation von Rezeptorzellen auf der Zunge und in der Mundhöhle und lassen sich auf fünf Grundqualitäten reduzieren.
Die taktil-haptische Wahrnehmung beruht auf vier verschiedenen Rezeptortypen. Aktive Exploration geht oftmals mit überlegenen Erkennensleistungen einher. Selbstverursachte Berührungen werden aufgrund des Reafferenzprinzips als weniger stark empfunden. Neben der Verarbeitung von Druck- und Berührungsreizen existieren Systeme zur Erzeugung von Temperatur- und Schmerzempfindungen sowie zur Erfassung der Position der Körperglieder.
Simultane Reize verschiedener Sinnesmodalitäten können zugehörige Wahrnehmungen wechselseitig beeinflussen. Die Stärke des Einflusses von einer Modalität auf eine andere ist von diversen Faktoren abhängig. Nur ein geringer Ausschnitt der zu jedem Zeitpunkt an den Sinnesorganen anliegenden Reizinformation wird beachtet. Man spricht auch davon, dass Aufmerksamkeit auf diese Reize gerichtet wird.
Diese Reizinformationen erhalten eine hervorgehobene oder bevorzugte Verarbeitung, zum Beispiel im Sinne der Bewusstwerdung oder der Verwendung zur Steuerung von Handlungen. Beachtete Reize rufen bereits in einer frühen Verarbeitungsphase stärkere Reaktionen in sensorischen Gehirnarealen hervor. Hierdurch ergeben sich Interferenzeffekte bei der Reaktion auf handlungsrelevante Reize.
Aufmerksamkeit kann auf spezifische Orte in der Reizumgebung, aber auch auf nicht-räumliche Merkmale oder Reizdimensionen gerichtet werden. Die Beachtung eines Merkmals eines Objekts führt zur bevorzugten Verarbeitung auch anderer Merkmale desselben Objekts.
DGPs: Berufsethische Richtlinien
Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit wird durch das Zusammenwirken von Top-down- und Bottom-up-Prozessen gesteuert: Zum einen erfolgt die Reizselektion intentionsgeleitet, d. Zudem sind allerdings bestimmte Reizereignisse in der Lage, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, wenn hierfür eine begünstigende Einstellung vorliegt. Top-down- und Bottom-up-Effekte werden durch unterschiedliche Hirnstrukturen vermittelt.
Der Begriff Bewusstsein wird in diversen Bedeutungen verwendet. Untersuchungen zum phänomenalen Bewusstsein befassen sich mit Veränderungen des Wahrnehmungseindrucks, die sich ohne zugehörige Reizveränderung ergeben. Veränderte Bewusstseinszustände können auf diverse Weisen hervorgerufen werden und sich auf verschiedene Aspekte des Bewusstseins beziehen. Für die allgemeine Wachheit und Reaktionsbereitschaft des Organismus spielt die Formatio reticularis eine herausgehobene Rolle.
Beim Schlafen werden verschiedene Stadien zyklisch durchlaufen, welche mit charakteristischen physiologischen Veränderungen einhergehen. Im Laufe eines Nachtschlafes vermindert sich die Dauer der Tiefschlafphasen, während sich die Dauer der REM Phasen erhöht. Eine wichtige Funktion des Schlafes besteht vermutlich in der Gedächtniskonsolidierung.
Handlungen werden danach unterschieden, ob zur Ausführung der zugehörigen Bewegung sensorisches Feedback genutzt wird Closed-Loop-Kontrolle , oder ob die Bewegung unabhängig von ihren sensorischen Effekten in einer zuvor festgelegten Form abläuft Open-Loop-Kontrolle. Belege für Planungsprozesse von Handlungen finden sich inForm verzögerter Initiierung von komplizierteren gegenüber einfachen Bewegungen sowie von Beschleunigungen des Bewegungsbeginns durch die Spezifikation von Bewegungsparametern im Vorfeld.
Das Auftreten diverser Antizipationseffekte Beeinflussungvon Teilhandlungen durch die Beschaffenheit von im Anschluss durchzuführenden weiteren Handlungsschritten belegt zudem die mentale Vorwegnahme von späteren Handlungsmerkmalen zu einem früheren Zeitpunkt. Bestimmte Zuordnungen von Reizen zu Reaktionen lassen sich leichter realisieren als andere; ein besonders deutlicher Effekt ist die Überlegenheit von Handlungen unter Bedingungen räumlicher Korrespondenz zwischen Auslösereiz und Reaktion räumliche Reiz-Reaktions-Kompatibilität.
Die Durchführung von Handlungen geht mit der Antizipation ihrer sensorischen Konsequenzen einher. Der ideomotorischen Hypothese zufolge basiert die Initiierung von Willkürhandlungen auf derartigen Effektantizipationen. Oftmals wird angenommen, dass eine begrenzte Verarbeitungsressource durch den simultanen Zugriff im Rahmen zweier verschiedener Aufgabenbearbeitungen überlastet wird, oder dass ein bestimmter Prozess Flaschenhals zu einem Zeitpunkt nur voneiner der beteiligten Aufgaben genutzt werden kann.
Prozesse der Organisation und Koordination von Aufgaben sowie der Anpassung der Informationsverarbeitung an spezifische Kontextbedingungen zur Optimierung der Bearbeitungsleistung werden als Exekutive Funktionen bezeichnet. Der Wechsel zwischen Aufgaben, welche mit denselben Stimuli durchzuführen sind, geht mit Verhaltenskosten einher, die durch eine Aufgabenvorbereitung reduziert werden können.
Aktuelle Modelle der Informationsverarbeitung gehen von einer kontinuierlichen Überwachung der kognitiven Aktivität aus und nehmen an, dass die Detektion kritischer Ereignisse zur Adaptation der Verarbeitungsstrategie führt. Im Unterschied zum nichtassoziativen Lernen z. Beim klassischen Konditionieren kommt es zu einer Kopplung zwischen einem US, welcher in reflexhafter Weise eine bestimmte Reaktion UR auslöst, mit einem weiteren Reiz CS , dessen Darbietung ursprünglich nicht zur Auslösung der Reaktion führt.
Die kontingent erfolgende gepaarte Darbietung beider Reize führt dazu, dass auch der CS eine Reaktion CR auslöst, die der UR zumeist ähnlich ist. Eine wichtige Rolle für das Zustandekommen einer klassischen Konditionierung spielt der relative Vorhersagewert, den der CS hinsichtlich des Auftretens des US aufweist. Beim operanten Konditionieren verändert das kontingente Auftreten bestimmter Reize nach einem spezifischen Verhalten dessen Auftretenswahrscheinlichkeit.
Bei einer Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit wird von Verstärkung gesprochen. Die spezifische Systematik, mittels derer ein Verhalten verstärkt wird Verstärkerplan , bestimmt die Geschwindigkeit und die Form des Lernverlaufs. Sowohl klassisch als auch operant konditioniertes Verhalten lässt sich löschen, indem die Kopplung von CS und US bzw. In beiden Lernformen treten Phänomene der Reizgeneralisierung und Reizdiskrimination auf.
Kognitionspsychologische Erklärungen gehen davon aus, dass Umgebungsbedingungen mental repräsentiert und Erwartungen hinsichtlich des Eintretens bestimmter Reizereignisse gebildet werden. Darüber hinaus muss deutlich werden, welche Bedingungen gegeben sein müssen, damit die Schlussfolgerungen gültig sind. Für die Schlussfolgerungen müssen alle relevanten Ergebnisse berücksichtigt werden.
Sofern sich einzelne Ergebnisse widersprechen, ist dies offenzulegen und zu diskutieren. Es muss deutlich werden, wie mit den widersprüchlichen Informationen umgegangen wird. Nicht Aufklärbares ist im Gutachten zu benennen. Das Gutachten vermeidet Aussagen zu Sachverhalten, die nicht zur Fragestellung gehören, es sei denn, dies ist ethisch geboten. Für die Entscheidungsstrategien und die Darstellung gelten die in Abschnitt 3.
Sollten bei den Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen nicht aufklärbare Widersprüche aufgetreten sein, ist hier die Auswirkung auf die Beantwortung der Fragestellung und eine mögliche Einschränkung der Aussage des Gutachtens zu vermerken.
Zusammenfassung: Allgemeine Psychologie: Eine Einführung
Über die in den Punkten 3. Fehler auf der ersten Ebene können durch eine einwandfreie Darstellung auf der zweiten Ebene nicht wettgemacht werden. Sie können allenfalls einer Nachbesserung zugänglich sein, solange die Grundsätze des wissenschaftlich fundierten Vorgehens, der Transparenz und Nachvollziehbarkeit eingehalten worden sind. Fehler auf der zweiten Ebene können ebenfalls dazu führen, dass das Gutachten nicht brauchbar oder partiell nicht brauchbar ist, wenn nämlich die schriftliche Abfassung des Gutachtens nicht erlaubt, das methodisch-inhaltliche Vorgehen ausreichend zu beurteilen.
Dagegen ist das Nichtbeachten einzelner Anforderungen zur formalen Gestaltung des Gutachtens in der Regel nicht geeignet, die Unbrauchbarkeit eines Gutachtens zu belegen, und kann ebenfalls nachgebessert werden. Umgekehrt garantiert die Einhaltung formaler Anforderungen nicht, dass das gutachterliche Vorgehen als angemessen zu bewerten ist.
American Psychological Association, Presidential Task Force on Evidence-Based Practice Evidence-based practice in psychology. American Psychologist, 61 4 , Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen Hrsg. Richtlinien für die Erstellung Psychologischer Gutachten. Bonn: Deutscher Psychologen Verlag. Testkuratorium der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen Testbeurteilungssystem des Testkuratoriums der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen.
Revidierte Fassung vom September Report Psychologie, 34, sowie Psychologische Rundschau, , 61, Diagnostik- und Testkuratorium der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen. Qualitätsstandards für psychologische Gutachten. Die Sektion Vorstand der Sektion Delegierte und Landesbeauftragte Rechtsberatung Praxis der Rechtspsychologie Satzung Newsletter Aktuelles Fort- und Weiterbildung Fachpsycholog:innen Pinnwand Kontakt Menü.
Oktober Diagnostik- und Testkuratorium der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen verabschiedet am Eine solche Auslegung ist mit dem Sinn und Zweck der Vorschrift unvereinbar. Vielmehr sind die neu zuzulassenden nichtärztlichen Psychotherapeuten den bereits zugelassenen Psychotherapeuten gleichzustellen, die der Jahres-Grenze und der Anrechnungsregelung schon in vollem Umfang unterworfen sind.
Bundessozialgericht, Urteil vom 8. November , Az. Psychologischer Psychotherapeut: Jahres- und Jahres-Altersgrenzen gelten. Zum Artikel PDF-Version Inhaltsverzeichnis. EndNote Reference Manager ProCite BibTeX RefWorks. Zur Besonderheit dieser Schule zählt der intensive Einbezug der menschlichen Bewegung in das Forschungsvorgehen unter Leitung von Otto Klemm. Während die Berliner Schule die Auffassung der Erlebensimmanenz vertrat, nach der Erlebnisse aus Erlebnissen hervorgehen, waren die Leipziger der Meinung, Erlebnisse seien durch erlebensjenseitige Gegebenheiten bedingt.
Dabei ist es besonders problematisch, dass Sander die von ihm postulierten Gestaltgesetze in einem ideologisch überfrachteten Zusammenhang zur Propagierung nationalsozialistischer Weltanschauung nutzte. Sander und sein Institut wurde mit Untersuchungen über visuelle Aktualgenese bekannt, die in einer Stufen-Differenzierung des Perzepts bei kontinuierlicher Reizsteigerung bestand.
Weder Krueger noch Sander versuchten, die Abfolge der entstehenden Gestaltqualitäten irgendwelchen bedingenden strukturellen Gegebenheiten zuzuordnen. Sowohl der aktualgenetische Forschungsansatz als auch die Strukturtheorie sind der Vergessenheit anheimgefallen und werden von der Mehrheit nicht mehr diskutiert.
Lediglich die Arbeiten Otto Klemms — und seiner Mitarbeiter und Promovenden zur menschlichen Motorik konnten sich im wissenschaftlichen Diskurs bis in die Gegenwart hinein halten und werden mit einer durchgängigen Kontinuität in der Arbeits- und Bewegungswissenschaft zitiert. Sie basieren zwar auf dem Gedankengut der Ganzheitspsychologie, enthalten sich jedoch weitestgehend irrationalistischer Überhöhungen und ideologischer Verfügbarmachung im Rahmen des Nationalsozialismus.
Zudem erfahren die Arbeiten Felix Kruegers , nach lange Zeit ohne bedeutsamen Widerhall in der Psychologie, aktuell eine zögerliche Neubewertung im Zusammenhang mit der psychotherapeutischen Praxis. Insbesondere seine Ausführungen zur Gefühlstheorie und seine Betonung der Ganzheitlichkeit sind in diesem Kontext durchaus attraktive Konzepte einer heilenden Arbeit am und mit dem Menschen.
Psychische Betreuung
Jahrhunderts entstand. Philosophischer Hintergrund ist Franz Brentano. Bedeutende Vertreter waren Alexius Meinong und vor allem Vittorio Benussi — auf den die Entwicklung des Lügendetektors zurückgeht und der der allgemeinen experimentalpsychologischen Forschung auch die Methoden der Suggestion und Hypnose erschloss — sowie Stephan Witasek und Christian von Ehrenfels.
Richard Meili , der Nachfolger von Jean Piaget am Institut J. Rousseau in Genf, hat durch seine Kenntnisse der deutschen, französischen und englischsprachigen Forschung die Grundideen der Gestaltpsychologie mit dem Konzept der Faktorenanalyse kombiniert.