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Und wie kann eine gute Eltern-Kind-Kommunikation gelingen, ohne das eigene Kind in die Trennungsangelegenheiten der Eltern zu verwickeln? Antworten auf all diese Fragen hat Dr. Lena Adams aus Utting am Ammersee im ISUV-Podcast. Frau Dr. Seine Tochter war weg, von einem Tag auf den anderen. Je nach Quelle verlieren jedes Jahr Es gibt nicht genügend aussagekräftiges Datenmaterial.
Er kennt auch die Langzeitstudien aus den USA, die die Folgen der Entfremdung untersucht haben: Kinder verlieren dadurch einen wesentlichen Teil ihrer Identität, viele leiden noch Jahre später unter Verlustängsten, Bindungsstörungen oder Depressionen.
Trennung trotz Kind
Beim abgewiesenen Elternteil mündet die familiäre Ausgrenzung oft in eine existenzielle Lebenskrise. Hauptsächlich betroffen sind Väter Jonas kämpft um jede Minute mit seiner Tochter, auch wenn er sie nur in Begleitung der Sozialarbeiterin sehen darf, in der angemieteten Spiele-Wohnung. Er hat seinen Job auf 80 Prozent reduziert, um am immer gleichen Wochentag in die Kleinstadt zu fahren zu können.
Wenn Wochen oder Monate ohne normalen Kontakt vergehen, ist das für Kinder eine Ewigkeit. Ich finde ihn in der ARD Mediathek. Die Mutter wird im Spielfilm als Verantwortliche für die Entfremdung dargestellt. Dies trifft auch in der Realität in Deutschland meistens zu: Man schätzt, dass Väter sechs Mal häufiger von Entfremdung betroffen sind als Mütter. Das entspricht auch der statistischen Erwartung: Denn Kinder leben sechs Mal häufiger bei der Mutter als beim Vater oder im sogenannten Wechselmodell, bei dem sie zwischen den Eltern pendeln.
Dabei kommt auch ein jähriger Mann zu Wort, der den Kontakt zu seinem Vater im Alter von zwei Jahren verloren und mit 38 wiedergefunden hat. Der Mann erzählt unter Tränen von ihrem ersten Treffen. Ich selber habe nie den Kontakt gesucht. Ich wollte ihn nicht kennenlernen, ich wollte mit diesem Menschen nichts zu tun haben, weil: Er war für mich der böse Mensch.
Er wollte mich meiner Mama wegnehmen. Das hat meine Mutter mir erzählt. Ich besuche ihn in einem Dorf in Hessen. Er lebt seit ein paar Monaten in einem Wohnwagen: Doppelbett, zwei Stühle, kleiner Tisch, Kochecke, Nasszelle, mehr nicht. Dann habe ich irgendwann versucht, diese Emotionen zu unterdrücken. Das hat mich verdammt viel Kraft gekostet.
Mario Lewalter Mario Lewalter bekam psychische Probleme und war immer wieder in Behandlung.
ISUV-Podcast: Folge 3 | Kinder gut durch Trennung & Scheidung begleiten
Einfach zu akzeptieren: Ich bin so, und es ist gut so. Vor sechs Jahren ist Mario Vater geworden, vor drei Jahren hat er seine Tochter zum letzten Mal gesehen. Die Wohnung habe er aufgegeben. Alles andere brauche ich nicht. Man bezeichnet das als transgenerationalen Effekt: Unverarbeitete Traumata wirken in der nächsten Generation fort.
Manchmal mit umgekehrten Vorzeichen: Dann wird ein Entfremdeter zum Entfremder. Mario Lewalter klammert sich an diejenigen, die seine Tochter gelegentlich sehen, wie die Therapeutin, zu der er Kontakt haben darf. Entscheidender sei, dass die Trennung die gesamten Lebensumstände der Familie ändert — und das betreffe nicht nur die finanziellen Ressourcen, sondern auch die emotionale Verfügbarkeit der Eltern.
Oft hängt der Haussegen schon vor der Trennung schief Hinzu kommt die Tatsache, dass in Trennungsfamilien oft schon vor der Trennung viel gestritten wird. Der Familiensoziologe Paul R. Amato von der Pennsylvania State University in den USA warnte daher bereits im Jahr in einer Studie davor , sich nur auf die »durchschnittlichen Auswirkungen einer Scheidung« zu konzentrieren, da diese die individuellen Anpassungsleistungen der betroffenen Kinder verdecke.
Viele Forscher und Forscherinnen beschäftigen sich heute entsprechend weniger mit der Frage, welche negativen Auswirkungen Trennungen haben, sondern untersuchen stattdessen, was es braucht, damit Kinder diese gut verkraften. Das könnte Sie auch interessieren: Spektrum Kompakt Familie — Eine besondere Gemeinschaft Das Problem dabei: »Kinder, denen nicht erklärt wird, warum Vater oder Mutter auszieht, suchen die Schuld in der Regel bei sich; sie fühlen sich von dem fortgehenden Elternteil im Stich gelassen und lernen, dass Auseinandersetzungen existenziell bedrohlich sind.
Deshalb sei es so wichtig, dass Eltern ihren Kindern deutlich machten, dass sie sich zwar als Paar trennen, aber weiterhin Eltern bleiben. In der Forschung hat sich hierfür der Begriff Co-Parenting etabliert, also die Kooperationsfähigkeit von Mutter und Vater in der Elternrolle. Wie wichtig diese ist, bestätigt eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr Dafür hat der Psychologe Diogo Lamela da Silva von der Universität Porto in Portugal mit seiner Kollegin Barbara Figueiredo von der Universität Minho alle Studien zum Co-Parenting analysiert, die zwischen Januar und Oktober veröffentlicht wurden.
Sie zeigen, dass Kinder, deren Eltern nach der Trennung in der Erziehung gut miteinander zusammenarbeiten, deutlich weniger Verhaltensprobleme aufweisen als solche, deren Eltern sich häufig streiten oder sich gegenseitig in ihrer Autorität untergraben. Streitereien zwischen den Eltern brächten Kinder hingegen schnell in Loyalitätskonflikte.
So genannte hochstrittige Familien gelten daher als entscheidender Risikofaktor. Die Beziehung zum Vater ist wichtig Eine Studie, die Forscher um Eivind Meland von der Universität Bergen in Norwegen im Januar im Fachmagazin »Scandinavian Journal of Public Health« veröffentlichten, zeigt zudem, wie wichtig eine gute Beziehung zum Vater ist.
Denn im Gegensatz zu Arndt haben viele Trennungskinder nicht die Wahl, bei welchem Elternteil sie aufwachsen wollen: Gut jedes fünfte Kind in Deutschland lebt laut Angaben des Statistischen Bundesamts nur mit einem Elternteil zusammen. Neun von zehn dieser Kinder bleiben bei ihrer Mutter. Für die norwegische Untersuchung hat Meland mit seinem Team zwischen und mehr als Jugendliche befragt.
ISUV-Podcast: Folge 3 | Kinder gut durch Trennung & Scheidung begleiten
Einmal schlecht mit Rosenkrieg und Co. Für alle Menschen, die in einer Beziehung leben, diese mit Respekt und Wohlwollen füreinander führen oder vielleicht auch beenden wollen. Wie streite ich vernünftig? Wie werde ich finanziell unabhängig und wie bauen wir eine funktionierende Patchworkfamilie auf? All das erfahrt ihr in diesem Podcast, denn wir begleiten euch konfliktfrei und mit Selbstwertschätzung vom ersten Trennungsgespräch bis hin zur Scheidungsurkunde.
Requires subscription and macOS Mit diesem Mantra geht Host Franca Cerutti durch ihr Leben.