Glaube gewalt klinische psychologie
Damit keiner mit der seelischen Last allein bleibt: Mit MindRelief präsentiert das Institut für Psychologie an der Universität der Bundeswehr München eine App zur Verarbeitung belastender Ereignisse mittels wissenschaftlich geprüfter psychotherapeutischer Techniken, die Betroffenen zeit- und ortsunabhängige Unterstützung leisten soll.
Das langfristige Ziel des Entwickler-Teams ist eine Erweiterung des E-Mental-Health-Angebots, so dass dieses auch als Teil der klinischen Behandlung eingesetzt werden könnte. Ein Unfall, eine schwere Krankheit, Verlust eines Angehörigen, eine schmerzhafte Trennung oder ein schwieriger Streit, ein Überfall, ein sexueller Übergriff, körperliche Gewalt, Mobbing: Belastende Lebensereignisse, die die psychische Gesundheit gefährden, können jeden treffen.
Hieraus entwickeln sich nicht unbedingt Folgeprobleme wie eine Posttraumatische Belastungsstörung, Depression oder andere Krankheiten, die eine klinische Behandlung erfordern. Trotzdem kann ein solches Ereignis nachhaltig belastend sein und unbearbeitet das Risiko für die Entwicklung einer psychischen Krankheit erhöhen.
Doch was sollen Betroffene tun, wenn psychotherapeutische Praxen voll sind und die Wartezeiten in der Regel mehrere Monate betragen? Mit diesen Menschen im Hinterkopf haben wir MindRelief entwickelt — eine App, die dabei hilft, belastende Ereignisse zu verarbeiten und so das Risiko für die Entwicklung einer psychischen Folgeerkrankung zu verhindern. Joachim Kruse, Leiter der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz und Professor für Klinische Psychologie und Traumatherapie am Institut für Psychologie an der Universität der Bundeswehr München.
Er organisierte Mediationsprogramme und Trainings zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, um Gemeinden zu unterstützen, die die Rassentrennung an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen überwinden wollten. Und umgekehrt, was macht es manchen Menschen möglich, selbs t unter den schwierigsten Bedingungen mit ihrem einfühlsamen Wesen in Kontakt zu bleiben?
In der zweiten Woche nach unserer Ankunft brach wegen eines Zwischenfalls in einem Park ein Rassenkrieg aus.
Klinische Psychologie & Psychotherapie
Mehr als vierzig Menschen wurden in den nächsten Tagen getötet. Unser Viertel lag im Zentrum der Gewalt, und wir sperrten uns drei Tage lang zu Hause ein. Nachdem der Rassenkrawall zu Ende war und die Schule wieder anfing, entdeckte ich, dass ein Name genauso gefährlich sein kann wie eine Hautfarbe. Nach der Schule warteten die beiden auf mich.
Sie warfen mich zu Boden, traten und verprügelten mich. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation, S. Dazu zählten auch Erfahrungen im Zusammenhang mit aussagepsychologischen Begutachtungen. Im Hinblick auf die Durchführung einer Glaubhaftigkeitsbegutachtung könnten Belastungserfahrungen u. Darüber hinaus erkennen Teilnehmende das Spannungsfeld an, welches sich durch die teilweise konträr gelagerten Anforderungen und Ziele unterschiedlicher staatlicher Rechts- und Versorgungssysteme ergeben kann.
Die schwierigen Erfahrungen und mögliche Auswirkungen auf individuelle Bewältigungsprozesse wurden dabei eindrücklich aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben. Teilnehmende aller Fokusgruppen benannten Herausforderungen für das Verfahren der Glaubhaftigkeitsbegutachtung unter spezifischen Umständen. Zudem finden sich diese und weitere Aspekte des Erlebens von Glaubhaftigkeitsbegutachtungen, wie beispielsweise unangenehme Erfahrungen aufgrund unsensiblen Verhaltens einzelner aussagepsychologischer Sachverständigen und ein Gefühl des grundsätzlichen Nicht-Glauben-Schenkens, ebenfalls in einer qualitativen Untersuchung sowie der Begleitforschung des UBSKM Schoon und Briken ; Fegert et al.
Im Hinblick auf letzteren Aspekt sei zudem eine Untersuchung von König und Fegert erwähnt. Dies deutet nicht zuletzt darauf hin, dass die Methode der Glaubhaftigkeitsbegutachtung sich in manchen Bereichen und für manche Akteur:innen nicht ausreichend verstehbar macht. Die Einführung neutralerer Begrifflichkeiten befürworteten die Teilnehmenden aller 3 Fokusgruppen.
Ein Verzicht auf diese Begrifflichkeit sei auch laut Steller vertretbar. Als wichtigster Aspekt zur Reduktion vermeidbarer Belastungen im Zusammenhang mit Strafverfahren kristallisierten sich in der Diskussion der Fachexpert:innen allerdings die Verbesserung und Vereinheitlichung der Aussageerfassung heraus. Die Bedeutsamkeit dieses Aspektes wird u.
Insbesondere die konsequentere Anwendung von Videovernehmungen könne dabei zielführend sein Volbert et al. Dies kann voraussichtlich durch die Reform der StPO gewährleistet werden. Diese Aufzeichnungen können auch in der Hauptverhandlung genutzt werden. Ein weiterer Aspekt, den die Teilnehmenden aller Fokusgruppen hervorhoben, ist die Notwendigkeit einer systematischen Professionalisierung der Justiz in Form von Fort- und Weiterbildungen aller Verfahrensbeteiligten, die im Rahmen von sozial- und strafrechtlichen Verfahren möglicherweise auf Betroffene sexualisierter Gewalt treffen.
Ein Fokus lag dabei v. Diese Forderung sowie die nach einem gegenseitigen Weiterbilden der unterschiedlichen Fachdisziplinen finden sich schon seit Längerem in der einschlägigen Literatur Greuel und Petermann Darüber hinaus betonten v. Genannt wurden hier die Verkürzung von Verfahrensdauer, die Verbesserung der Vernetzung zwischen Verfahrensbeteiligten der Justiz und therapeutischen Akteur:innen sowie die konsequentere Informationsweitergabe zu generellen und v.
Betroffene berichteten im Rahmen der Fokusgruppen und der Anhörungen der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs von negativen Erfahrungen aufgrund unsensiblen Umgangs durch aussagepsychologische Sachverständige Schoon und Briken Hier würden laut Teilnehmenden der ersten Fokusgruppe v.
Gewährleistet werden sollten also zunächst v. Dazu könne auch zählen, unter bestimmten Umständen auf weitere möglicherweise belastende Befragungen zum Erlebten und ggf. Aussagepsychologische Sachverständige sollten darüber hinaus zusätzlich über klinisches Wissen, v. Dies könne auch zu einem empathischeren persönlichen Umgang in Begutachtungssituationen beitragen.
Eine zusätzliche Wissensvermittlung zum Umgang mit potenziell traumatisierten Klient:innen wird ebenfalls als sinnvoll eingeschätzt Bublitz Banse und Okulicz-Kozaryn et al. Vor allem in Fokusgruppe 2 wurde das aktuelle Vorgehen zur Prüfung der Glaubhaftigkeit von Aussagen mittels aussagepsychologischer Begutachtung im Rahmen von OEG-Verfahren kritisch thematisiert.
Teilnehmende beschrieben die Beweisschwelle für Betroffene sexualisierter Gewalt in diesen Verfahren als schwer überwindbar. Laut Volbert et al. Die aussagepsychologische Methodik sieht einen solchen differenzierter Vergleich verschiedener Hypothesen allerdings nicht vor. Dennoch sei es in vielen Fällen möglich, Hypothesen vergleichend zu diskutieren Volbert et al.
In diesem Zusammenhang erfolgte zwischenzeitlich sogar ein Beschluss wonach aussagepsychologische Sachverständige zukünftig relative Wahrscheinlichkeiten für konkurrierende Hypothesen prüfen sollten BSG, Urt. Da dies genaugenommen allerdings nicht der Logik aussagepsychologischer Gutachten entspricht, wurde der Beschluss wieder zurückgezogen Volbert et al.
Ab dem Im Zuge der Opferentschädigung käme Betroffenen sexualisierter Gewalt vor allem eine neue Regelung zur Beweiserleichterung bei der Kausalitätsprüfung psychischer Erkrankungen zugute. In der ersten Fokusgruppe wurde ferner eine bessere Aufklärung von Opferzeug:innen gefordert. Dies deckt sich auch mit Forderungen von Bublitz , der diese Aufklärung nicht nur von aussagepsychologischer Seite im Hinblick auf mögliche Erwartungen an das Vorgehen und den Ausgang eines strafrechtlichen Verfahrens, sondern auch durch Therapeut:innen fordert.
Auch Volbert et al. Schemmel und Volbert beleuchten zudem psychotherapeutische Behandlungen im Zusammenhang mit Strafverfahren näher und formulieren eine Reihe an Hinweisen für Praktiker:innen. Hilfreich könne es allerdings sein, wenn Personen vor dem Beginn einer Psychotherapie eine Anzeige stellten, um eine umfassende Aussageerfassung sicherzustellen.
Problematisch einzuschätzen sei es hingegen, wenn eine Psychotherapie vor einer Anzeigestellung begonnen wurde und bei Klient:innen zuvor keine expliziten Erinnerungen vorgelegen hätten. Würden dann im Zuge einer Psychotherapie bestimmte imaginativ-konfrontative Verfahren angewandt und gezielt nach Erinnerungen gesucht, bestünde die Gefahr möglicher Erinnerungsveränderungen.
Um potenzielle Erinnerungsveränderungen rekonstruieren zu können, befürworten die Autor:innen in jedem Falle eine ausführliche Dokumentation der therapeutischen Sitzungen, wenn über potenziell strafrechtlich relevante Inhalte gesprochen wird. Ferner erscheint es wichtig, Personen grundsätzlich gezielter und ausführlicher über die Möglichkeiten und Grenzen straf- und sozialrechtlicher Verfahren aufzuklären Volbert So könnte laut Volbert ein Grund für ein Belastungserleben im Rahmen von Strafverfahren auch auf gesteigerte Erwartungen durch einen deutlich opferorientierteren Diskurs in der Fachwelt und Öffentlichkeit zurückzuführen sein.
Im Hinblick auf erlebte Belastungen im Zusammenhang mit Glaubhaftigkeitsbegutachtungen und im Zuge von gerichtlichen Verfahren allgemein erscheint allerdings nicht nur das Erleben betreffender Personen relevant, sondern auch mögliche Auswirkungen auf andere Betroffene sexualisierter Gewalt.
Dr. Kotryna Stupnianek | Psychologische Hochschule Berlin
So entscheiden sich einige Betroffene bewusst gegen ein Strafverfahren oder den Antrag auf Opferentschädigung, um vermeintlich vorrübergehende Belastungen zu vermeiden Kavemann et al. Dies kann allerdings weitere, weitreichende Folgen haben. So berichten erwachsene Betroffene auch im Rahmen der Untersuchung von Schoon und Briken von einer fehlenden finanziellen Absicherung und damit einhergehenden sozioökonomischen Schwierigkeiten.
Es erscheint naheliegend, dass ein fehlender Zugang zum Strafrecht bzw. Für zukünftige Forschungsvorhaben ist ein systematisches Untersuchen des Erlebens von Glaubhaftigkeitsbegutachtung zielführend Volbert et al. Im Zuge dessen könnten auch die Zufriedenheit mit Glaubhaftigkeitsbegutachtungen und mögliche beeinflussende Faktoren, unter Berücksichtigung des Ergebnisses eines Gutachtens, näher untersucht werden Wegener Zum besseren Verständnis belastender Erfahrungen im Zusammenhang mit Glaubhaftigkeitsbegutachtungen wäre in Zukunft eine gezielte Untersuchung und Differenzierung von möglicherweise kurzfristigen und langfristigeren Auswirkungen auf die individuelle Bewältigung von Erfahrungen sexualisierter Gewalt sinnvoll.
Der aktuelle konstruktive interdisziplinäre Austausch sollte in jedem Fall genutzt werden, um die vielfach beschriebenen und auch durch die Teilnehmenden der Fokusgruppen identifizierten Veränderungsmöglichkeiten weiter zu gestalten und somit vermeidbare Belastungen, auch im Rahmen von Glaubhaftigkeitsbegutachtungen, für Betroffene sexualisierter Gewalt in Zukunft zu reduzieren.
Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um eine qualitative Untersuchung einer geringen Anzahl an Fokusgruppen und eines Interviews. Die Untersuchung ist demnach nicht repräsentativ, und verallgemeinernde Schlussfolgerungen sind nicht möglich. Aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Fokusgruppen konnten zudem unterschiedlichste fachliche und persönliche Expertisen eingeholt werden.
Dies gewährleistete einen detaillierten Einblick in verschiedene interdisziplinäre Perspektiven. Alle Teilnehmenden wurden aufgrund ihrer Expertise gezielt und damit nicht zufällig ausgewählt. Zukünftige Studien zum Erleben von aussagepsychologischen Gutachten sollten das Phänomen ganzheitlich und systematisch untersuchen. Es konnte nicht nachvollzogen werden, warum 2 der 15 eingeladenen Teilnehmende sich nicht auf die Einladung zurückmeldeten.
Ein Fokus dieses Beitrages liegt auf dem Erleben von aussagepsychologischen Begutachtungen. Eine der Sichtweisen bezieht sich dabei auf Erfahrungen von Menschen, deren Aussagen im sozial- oder im strafrechtlichen Kontext begutachtet wurden. Diese Schilderungen werden hier unabhängig vom Ausgang eines Verfahrens oder eines Gutachtens beschrieben.
Es ist möglich, dass die Bewertung einer Begutachtungssituation mit deren Ausgang zusammenhängen kann Wegener Diese Zusammenhänge können im Rahmen der aktuellen Arbeit nicht abgebildet werden. Das interdisziplinäre Fokusgruppensetting wurde allerdings gewählt, um möglichst vielseitige Perspektiven zum Erleben von Glaubhaftigkeitsbegutachtung abzubilden und zu beschreiben.
Genutzt wird dieser Begriff an Stellen und in Kontexten, in denen Menschen diesen als Selbstbezeichnung verwenden. Gemeint ist hier die Unterstützung durch das Gutachten und durch die Anwesenheit der Gutachterin vor Gericht. Die beschriebenen aussagepsychologischen Begutachtungen haben im Zeitraum zwischen und stattgefunden.
Da erlebnisbasierte und suggerierte Aussagen keine Qualitätsunterschiede aufweisen, liegt in solchen Fällen der Fokus auf der Prüfung der Aussageentstehung. Dies ermögliche, laut Steller , eine Unterscheidung zwischen suggerierten und erlebnisbasierten Aussagen. Banse R Qualitätssicherung von rechtspsychologischen Sachverständigengutachten durch ein moderiertes Peer-Reviewverfahen: Ein Vorschlag zur Diskussion.
Prax Rechtspsychol — Google Scholar. Bublitz C Gesundheit oder Glaubhaftigkeit? Auswege aus dem traumatherapeutischen Dilemma. Ethik Med — Article Google Scholar. Fegert JM, Gerke J, Rassenhofer M Enormes professionelles Unverständnis gegenüber Traumatisierten. Nervenheilkunde — Greuel L Was ist Glaubhaftigkeitsbegutachtung nicht?
Zum Problem der Dogmatisierung in einem wissenschaftlichen Diskurs. Interdiszip Fachz — Greuel L, Petermann A Rituelle Gewalt; Möglichkeiten und Grenzen der kriminalistischen und aussagepsychologischen Fallbearbeitung. In: S. Hrsg Rituelle Gewalt. Vom Erkennen zum Handeln. Das langfristige Ziel des Entwickler-Teams ist eine Erweiterung des E-Mental-Health-Angebots, so dass dieses auch als Teil der klinischen Behandlung eingesetzt werden könnte.
Aktuell ist die MindRelief App nur für Android-Geräte über den Google Play Store verfügbar. Im Laufe Ihrer Teilnahme an der Studie bekommen Sie Zugang zum App-Download im Play Store. Damit keiner mit der seelischen Last alleine bleibt Ein Unfall, eine schwere Krankheit, Verlust eines Angehörigen, eine schmerzhafte Trennung oder ein schwieriger Streit, ein Überfall, ein sexueller Übergriff, körperliche Gewalt, Mobbing: Belastende Lebensereignisse, die die psychische Gesundheit gefährden, können jeden treffen.
MindRelief ist immer für Sie da. Wie kann MindRelief Ihnen helfen? Das erzählt Ihnen unser Team:. In den Sprechstunden in der Psychotherapeutischen Hochschulambulanz sehen wir immer wieder Menschen, die durch schwierige Lebensereignisse belastet sind, die aber nicht die vollen Kriterien für eine psychische Störung erfüllen — dies ist die Voraussetzung für eine Behandlung durch approbierte Psychotherapeut:innen.