Psychologie regensburg kuhbandner

Für mich ist es an der Stelle wichtig, sich über die Rolle der Psychologie in der Corona-Krise klarzuwerden. Und ich glaube, eine wichtige Rolle, die wir Psychologen und Psychologinnen einnehmen, ist, mit psychologischen Theorien darauf zu schauen: Was haben wir gerade für ein Geschehen, und wie läuft das ab? Und da ist Milgram eine Perspektive und es gibt noch viele weitere Perspektiven.

Es gibt eine ganze Reihe von Wahrnehmungsverzerrungen zum Beispiel, es gibt eine ganze Reihe, wie wirkt sich zum Beispiel Angst auf Urteilen, Wahrnehmen, Denken und Handeln aus, und so weiter. Und das ist eine wichtige Rolle, die wir Psychologen einnehmen. Und zum anderen ist es wirklich wichtig, auch an aktuellen Themen sozusagen sein wissenschaftliches Denken zu schulen.

Was allerdings ein wichtiger Punkt vielleicht noch ist: Wenn man jetzt bemerken würde, dass bestimmte Studierende aufgrund der Thematik hochängstlich werden, dass man dann vorsichtig sein muss, ob man bestimmte Dinge in einem bestimmten Lehrkontext ansprechen kann. Diesen Eindruck hatte ich jetzt nicht von der Seminargruppe. Also an sich finde ich es extrem wichtig, die Lehre wirklich an aktuellen Themen festzumachen, weil genau darin wollen wir unsere zukünftigen Psychologen und Psychologinnen ja schulen.

Aber wie gesagt, individuell je nach Kontext muss man dann vielleicht nochmal abwägen. Halten Sie die angeblich im Seminar verwendeten Quellen — Reitschuster, "Kraft der Gedanken" — für wissenschaftlich fundiert?

"Studierende schreiben, dass die Thematisierung von Corona interessant war"

Christof Kuhbandner: Hier ist es wichtig, sich klarzumachen, was ich aus diesen Quellen benutzt habe. Letztendlich ging es ja darum, ein Fallbeispiel zu benutzen, um didaktisch in ein Thema einzuführen. Das ist ganz wichtig, denke ich, in der Lehre, denn sonst bleiben Theorien in einem luftleeren Raum hängen. Und es ist ganz häufig so, dass ich Fallbeispiele benutze in der Lehre, um in ein Thema einzuführen.

In dem Fall ist es so: Ich habe wirklich selber einige Fallbeispiele kennengelernt, weil sich Leute an mich gewendet haben.

Christof Kuhbandner – Wikipedia

Erst heute Nachmittag habe ich eine E-Mail erhalten von einer Erzieherin, die sagt, ihre Kinder ziehen sich immer mehr zurück, fallen in der Entwicklung zurück, sprechen zum Teil kaum mehr, also da hätte ich sogar aus eigener Anschauung viele Fallbeispiele gehabt. In dem Fall wollte ich aber gerne ein publiziertes Fallbeispiel nehmen, und auf der Seite reitschuster.

An der Stelle ist denke ich klar, oder vielleicht ist es vielen Hörern klar, dass Reitschuster im Zusammenhang oft mit rechtspopulistischen Ideen genannt wird. Aber es ist für mich ganz wichtig, immer hier zwei Dinge zu trennen. Da würde es dann eher um die journalistische Qualität von Reitschuster gehen. Wobei auch hier — und das ist gerade in Bezug auf das wissenschaftliche Denken immer wichtig: Man muss natürlich solche Fallbeispiele immer prüfen.

Also auch in dem Fall, wenn man das wirklich wissenschaftlich benutzen wollte, müsste man nicht journalistischen Quellen glauben, sondern man müsste diesen Fall dann verifizieren. Also zum Beispiel, wenn ich eine E-Mail kriege von irgendeinem Fall, dann wird auf alle Fälle zunächst mal mit der Person telefoniert, dann wird versucht alles zu verifizieren, was da erzählt wird, und das würde man in dem Fall natürlich dann auch so machen.

Das wurde dann auch denke ich so im Seminar thematisiert, dass man immer gucken muss, ob diese Quelle solide ist. Deswegen, wie gesagt war das eher von der Didaktik her, dass man sagt, man braucht ein Fallbeispiel, und es war gar jetzt nicht die Idee das wissenschaftlich zu üben, wie man das prüft. Christof Kuhbandner: Ich bin zum Beispiel schon eingeladen worden auf Querdenker-Demos, um dort zu sprechen, und ich bin tatsächlich noch nie auf irgendwelche Demos gegangen, um dort zu sprechen.

Das hat aber verschiedene Seiten, muss ich tatsächlich sagen. Ich bin jetzt da tatsächlich nicht so, dass ich die Querdenkerszene analysiert hätte. Aber zum einen finde ich es tatsächlich ein bisschen schade, weil ich dann tatsächlich wirklich glaubwürdige Anfragen kriege aus der Querdenker-Ecke, zum Beispiel: Wollen Sie in Regensburg auf einer Veranstaltung sprechen, ich kann Ihnen versichern, wir sind nicht so, wie es hier oft rüberkommt und so weiter.

Und wenn das stimmen sollte, wäre es natürlich schade. Und es ist wirklich total schwierig, wie man damit umgeht. Also, bei mir ist es so, dass ich mich dann permanent distanziere von diesen Dingen, auf bestimmten Veranstaltungen nicht auftreten würde, und ein Stück weit, wie gesagt, ist es dann schade, weil einem damit was genommen wird, in der Öffentlichkeit gehört zu werden.

Das ist eine ganz schwierige Situation. Und ich finde es gerade deswegen problematisch, da kommen wir vielleicht auch noch dazu: Wir haben hier praktisch eine Spaltung ein stückweit in der Gesellschaft erzeugt, die daherkommt, dass im öffentlichen Diskurs nicht wirklich ein komplettes Meinungsbild abgedeckt wird. Wenn man relativ neutral berichten würde über die verschiedenen Sichtweisen, die es irgendwo gibt, dann würde man sofort den problematischen Querdenkern und problematischen sonstigen Gruppierungen wie zum Beispiel den Verschwörungstheoretikern den Saft abdrehen.

Dann wäre das einfach weg, dann gäbe es keinen Grund mehr. Also ein Stück weit ist das selbst erzeugt, dass man hier praktisch, was ein Wissenschaftler immer kritisch sehen würde, eine Meinung — so muss man das nennen — in den Vordergrund stellt, und diese praktisch dann von vielen als die Wahrheit empfunden wird, obwohl es aus einer wissenschaftlichen Perspektive immer verscheiden Sichtweisen auf dasselbe Thema gibt.

Haben Sie bei der Hausaufgabe zur Widerlegung der Drosten-Studie ausreichend auf Ausgewogenheit geachtet, indem Sie beispielsweise neben ablehnenden auch zustimmende Aussagen genannt haben? Christof Kuhbandner: In Bezug auf die Drosten-Studie — das ist ja die Drosten-Studie wo es um die Viruslast bei Kindern geht — ist es einfach so, dass diese Studie einen wirklich sehr bekannten statistischen Fehler enthält.

Wenn man die Ergebnisse betrachtet und die Kindergruppe mit der Erwachsenengruppe dort vergleicht, dann bemerkt man rein auf der Mittelwertebene — also was war die mittlere Viruslast: Dann haben die Kinder eine um 73 Prozent geringere Viruslast. Das ist die Mittelwertperspektive. Dieser Unterschied wird aber nicht signifikant, das ist praktisch dann der statistische Test, den man da rechnet.

Und das wird deswegen nicht signifikant, weil die Anzahl der Kinder sehr klein ist und die Erwachsenen in lauter kleine Subgruppen unterteilt wurden, sodass in den Subgruppen die Anzahl der Personen auch sehr klein ist. Und was dann passiert, ist ein statistisch bekanntes Problem: Dann wird die sogenannte Power sehr klein — also die Wahrscheinlichkeit, einen in Wirklichkeit existierenden Mittelwertunterschied signifikant nachzuweisen.

Also das ist wirklich ein ganz bekannter statistischer Fehler, da sind sich auch alle Fachwissenschaftler denke ich einig. Sogar die Arbeitsgruppe um Drosten hat den Artikel ja praktisch umgeschrieben in Reaktion auf diese Kritiken und hat diese Analyse geändert. Also an der Stelle ist, glaube ich, der Punkt, dass es gar keine Alternative gibt, weil es einfach ein Fehler ist, der letztendlich von allen so gesehen wird.

Christof Kuhbandner: Der Punkt ist: Um diese Frage ging es an der Stelle — das habe ich glaube ich vorhin schon mal erwähnt — im Seminar gar nicht. Es ging nur darum, den methodischen Fehler zu finden. Das didaktische Ziel war hier wirklich nur den methodischen Fehler zu finden. Und jetzt müsste man ganz viele Befunde durchgehen, das ist eine riesige Menge an Befunden, inwiefern praktisch Kinder zum einen sich weniger anstecken, das Virus vielleicht auch weniger weitergeben.

Da müssten wir Studien durchgehen, wie gut schützt die Maske und so weiter und so sofort. Nach einer Anklage wegen Rechtsbeugung wurde der Richter des Amtes enthoben. Kuhbandner ist auch Mitglied im von Sucharit Bhakdi geführten Verein Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie, e.

Im Januar veröffentlichte Kuhbandner auf einer Plattform für offene Wissenschaft eine Analyse ohne Peer-Review zum zeitlichen Zusammenhang von Übersterblichkeit und COVID-Impfungen. Die Daten legten, so Kuhbandner, nahe, dass ein Teil der Übersterblichkeit im Jahr mit den Impfungen erklärt werden könne. Hingegen bewerteten die Statistiker Dominik Liebl und Jörg Stoye die Daten als Scheinkorrelationen Spurious Correlations.

Christof Kuhbandner Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie wies im Rahmen eines Experiments nach, dass eine materielle Belohnung für die Leistung in einem Wissenstest den langfristigen Wissenserwerb und damit den Lernerfolg beeinträchtigen kann. Die Ergebnisse der Wissenschaftler sind vor kurzem in der renommierten Fachzeitschrift "Frontiers in Psychology" erschienen DOI An den Experimenten der Regensburger Forscher nahmen insgesamt 60 Probanden im Alter von 19 bis 33 Jahren teil.

Die Probanden sollten zunächst eine Reihe von Deutsch-Suaheli-Vokabeln erlernen. Von zentraler Bedeutung für den Versuchsaufbau war eine gezielte Manipulation des Teams um Prof. Zum anderen hat er Gegenpositionen nicht ausreichend in seinen Unterricht miteinbezogen. Er hat seine privat-persönliche Meinung nicht als solche gekennzeichnet, sondern als erwiesen dargestellt.

Kuhbandner weist das im Interview mit dem Deutschlandfunk zurück.

Psychologe wirbelt Justiz auf

Aus seiner Ablehnung der Maskenpflicht und des Abstandsgebotes macht er kein Hehl. Er hält die Covid-Gefahr für überschätzt und fragt mehr oder weniger rhetorisch, ob Corona tatsächlich gefährlicher sei als Grippe. Kuhbandner zweifelt auch daran, dass Corona in Deutschland eine Übersterblichkeit verursacht habe. Dass eine überwältigende Mehrzahl von Wissenschaftlern das anders sieht, ficht den Psychologen nicht an.

Kuhbandner sagt, er sei eingeladen worden, seine Thesen auf Anti-Corona-Demonstrationen vorzutragen.