Psychologe interview
So bleibt es dabei, dass die Diagnosen psychischer Störungen einzig durch das Vorliegen einer Reihe von Symptomen und nicht etwa durch eine Theorie ihrer Entstehung definiert sind. Mit jeder neuen Auflage der Diagnose-Manuale wie ICD und DSM ändert sich das Raster der Diagnose-Kategorien: Manche Störungen verschwinden aus dem System, neue tauchen auf, Diagnosen spalten sich auf, andere wiederum werden zusammengefasst oder neu definiert.
Diese Neuerungen verdanken sich keinen neuen wissenschaftlichen Entdeckungen, sondern Abstimmungen und Übereinkünften von Psychiaterinnen, klinischen Psychologen und psychiatrischen Organisationen. Was das Besondere an ihnen und damit auch am Kategoriensystem psychiatrischer Diagnosen ist, davon handelt dieses Buch — an Beispielen wie Depression, Schizophrenie, Burnout, Autismus und deren Geschichte.
In den sozialen Netzwerken. Psychologe Peter Schneider im Interview im SRF. Beteiligte Personen Peter Schneider Peter Schneider studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie. Er lebt in Zürich und arbeitet dort als Psychoanalytiker in eigener Praxis. Peter Schneider studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie. Von bis war er Privatdozent für Psychoanalyse sowie von bis Professor für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Bremen.
Seit ist er Privatdozent für klinische Psychologie an der Universität Zürich und seit Lecturer for History and Epistemology of Psychoanalysis an der International Psychoanalytic Das könnte Sie auch interessieren. Mit Pionier:innen der Lebenskunst und lebendigen Abschiedskultur. Wir machen dort Abklärungen mit den Jugendlichen, versuchen gemeinsam zu reflektieren, was aus den Befunden heraus für die Pädagogikstrategien hilfreich sein könnten.
Wir haben zwei MST Kinderschutzteams, die aufsuchend mit Multiproblem-Familien arbeiten, die vom Jugendamt oft wegen Vernachlässigung oder Misshandlung durch psychisch kranke Eltern zugewiesen werden. Mit diesem familienpsychiatrischen Konzept arbeiten wir sehr intensiv mit der ganzen Familie, über 9 Monate hinweg.
Dann leite ich eine Arbeitsgruppe an der Universität Basel. Dort bin ich als Psychologe an der medizinischen und psychologischen Fakultät eingebunden. Ich habe da auch Lehraufträge und beschäftige mich mit meiner Forschungsgruppe hauptsächlich mit Projekten mit fremdplatzierten Kindern und Care Leavern, Qualitätssicherung in der Jugendhilfe, komplexen Traumafolgen bei Kindern, mit MST natürlich, selbstverletzendem Verhalten und Persönlichkeitsstörungen im Jugendalter.
Interviews mit Berufstätigen in der Psychologie
Danke sehr für diese Ausführungen, ich würde Sie auch gerne fragen, was Sie zu dieser Arbeit mit schwerbelasteten Jugendlichen hinzieht, so wie wir sie auch hier in Dreiborn kennen? Wie sind Sie dazu gekommen? Es macht ja keiner diese Arbeit zufällig. Also mich hat das Thema Fremdplatzierung und Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe eigentlich schon lange fasziniert, da ja mehr als die Hälfte der Patienten, die stationär in der KJPP behandelt werden, beide Systeme kennen.
Damals kam die Frage auf, wer diese Studie mit den Heimen macht und mir hat diese Arbeit sehr gefallen. Insbesondere liebte ich auch die Kontakte mit den sehr engagierten Menschen in verschiedenen Heimen. Ich fand es sehr interessant, verschiedene Konzepte und Organisationen kennenzulernen. Zudem finde ich es schon immer auch aus ethischen Gründen wichtig, dass man die Versorgung auf die Jugendlichen ausrichtet, die es am dringendsten brauchen und die schlechtesten Chancen in unserer Gesellschaft haben.
Gab es Stress? Kann man so sagen. Auf einer WG-Party haben mein Mitbewohner und ich uns in dieselbe Frau verliebt. Leider hat sie ihn gewählt. Das wollte ich mir aus nächster Nähe dann doch nicht antun. Für den Fall kann ich auch heute nur den Tipp geben: Ein Auszug ist die beste Lösung. Sind Liebesprobleme auch für Ihre heutige Arbeit als WG-Mediator typisch? Nicht unbedingt. Es geht eher um elementare Dinge wie Lärm durch Partys, nächtliche Besuche oder laute Handytelefonate auf dem Balkon.
Psychologin im Interview: Der Klimakrise im Alltag begegnen |
Oft spielt auch der Ekel vor dem Zustand der Dusche, Toilette oder Küche eine Rolle. Ab und an geht es aber auch um zu lauten Sex des Mitbewohners. Und auch in den Krankenhäusern brauchen wir dringend Hitzekonzepte, denn wir wissen auch, dass viele, viele körperliche und psychische Erkrankungen übrigens sich durch Hitze verschlimmern und verschlechtern und viele Kliniken nicht klimatisiert sind.
Dohm: Das geht in erster Linie, wenn sie sich wirksam empfinden. Wenn ich also das Gefühl habe, das mit dem Klima ist ganz schlimm, ich verstehe das auch irgendwie, aber ich kann ja selbst überhaupt nichts tun - dann ist es auch kein Wunder, dass ich eher weggucke. Deshalb geht es denke ich viel darum, Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die tatsächlich für Menschen anknüpfungsfähig sind im Alltag.
Interview mit Dr. Marc Schmid, leitender Psychologe an der UPK Basel – CSEE
Wir alle haben ja noch diverse Handlungsmöglichkeiten und die sollten wir auch unbedingt nutzen. Denn so können wir eine sichere Zukunft für uns überhaupt schaffen und auch hier und jetzt bereits die die Weichen in die richtige Richtung stellen. UN-Generalsekretär Guterres hat Situation des Planeten in drastischen Bildern geschildert.
Es gibt aber auch andere Protestaktionen von Leuten, die etwa Kunstwerken mit Kartoffelsuppe bewerfen. Wie verändern solche Aktionen die Akzeptanz des Themas? Mir ist Kunst auch sehr wichtig und gleichzeitig denke ich, dass wir da aufpassen sollten, dass wir jetzt nicht anfangen, über die Kartoffelsuppe zu sprechen, sondern dass wir unsere Aufmerksamkeit lieber dem eigentlichen Thema zuwenden.
Sonst entsteht so ein Sog der Aufmerksamkeit, dass wir dann plötzlich nur noch über die Kartoffelsuppe und das Bild sprechen. Das Grundproblem ist aber ja klar, nämlich dass wir Emissionen reduzieren müssen. Und ich denke, dass wir ganz gezielt in diese Richtung schauen sollten. Dann werden nämlich bestenfalls solche Proteste auch überflüssig. Krieg, Klimakrise, Pandemie: Die psychische Belastung bei jungen Menschen ist hoch.
Dohm: Was wir uns klarmachen müssen, ist, dass die Klimakrise auch eine gesundheitliche Gefahr für uns bedeutet, und zwar in allen Fachbereichen, also von A wie Allgemeinmedizin bis Z wie Zahnmedizin. Sämtliche Erkrankungen werden schlimmer, die Behandlung ist dann schwieriger.