Psychologe sinnvoll

Deshalb lässt es sich schwer einordnen, wann man eine Psychotherapie beginnen sollte. Aber: Wenn Sie sich diese Frage stellen, ist das ein Hinweis, dass Sie ein Problem haben, das Sie belastet. Wer in Psychotherapie geht übernimmt Verantwortung für die eigene Gesundheit - denn zur Gesundheit zählt nun mal auch die psychische Gesundheit. Wenn man eine Psychotherapie macht, ist dies ein Hinweis darauf, dass man Probleme erkennt, sich um sich kümmert und daran arbeiten will, sie zu überwinden.

Wichtige Voraussetzung für eine Psychotherapie ist Ihr Wunsch, etwas zu verändern, und Ihre grundsätzliche Bereitschaft, sich mit Ihren Gefühlen und Ihrem Erleben zu beschäftigen und sich dabei unterstützen zu lassen. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht - Psychotherapie kann in jedem Alter hilfreich sein. Erst eine psychotherapeutische Zusatzausbildung erlaubt ihm, seine Patienten auch psychotherapeutisch zu behandeln - als ärztlicher Psychotherapeut.

Davon zu unterscheiden ist der psychologische Psychotherapeut. Das ist ein Psychologe, der eine Zusatzausbildung im Bereich Psychotherapie abgeschlossen hat und deshalb ebenfalls eine Psychotherapie anbieten darf. Nicht jeder Psychologe ist also auch ein psychologischer Psychotherapeut - die Zusatzausbildung macht den Unterschied! Der Begriff Psychotherapeut ist in Deutschland geschützt.

Nur wer eine psychotherapeutische Ausbildung durchlaufen hat, darf sich Psychotherapeut nennen und - sofern er im Rahmen der entsprechenden psychotherapeutischen Formen praktiziert - über die gesetzliche Krankenkasse abrechnen. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, eine Psychotherapie ausüben zu dürfen. Die Heilkunde-Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz ermöglicht es Psychologen und Heilpraktikern, ihren Patienten eine Psychotherapie anzubieten.

Sie dürfen sich jedoch nicht als Therapeuten bezeichnen und die gesetzlichen Krankenkassen erstatten nicht die Kosten der Psychotherapie. Für die Tätigkeit als Kinder- und Jugendtherapeut sind nicht nur Psychologen, sondern auch Pädagogen und Sozialpädagogen zugelassen, wenn sie die entsprechende Ausbildung zum Kinder- und Jugendtherapeuten nachweisen können.

Psychotherapie: Formen, Gründe und Ablauf:

Bei psychischen Problemen kann sich der Patient entweder vom Hausarzt zu einem Therapeuten überweisen lassen oder direkt einen Termin mit einem Therapeuten vereinbaren. Zum Inhaltsverzeichnis Was macht man bei einer Psychotherapie? Die Inhalte der Psychotherapie sind von der jeweiligen Therapieform geprägt. Unabhängig von der Therapieform gibt es jedoch bestimmte Elemente, die das Gerüst jeder psychotherapeutischen Behandlung bilden.

Erstgespräch, Diagnose und Prognose Zu Beginn der Therapie schildert der Patient dem Therapeuten seine Problematik. Daraufhin erläutert der Therapeut, wie die Therapie ablaufen könnte. In diesem Erstgespräch kann der Patient also austesten, ob er sich bei dem Therapeuten wohlfühlt, und erfahren, was er von der Psychotherapie erwarten kann.

Soll die Therapie fortgesetzt werden, muss der Therapeut eine Diagnose stellen. Ohne diese übernehmen die Krankenkassen keine Kosten. Für die Diagnose orientieren sich die Therapeuten entweder am diagnostischen und statistischen Manual psychischer Störungen DSM-V oder an der internationalen Klassifikation psychischer Störungen ICD Mithilfe von Fragebögen oder standardisierten Interviews, die sich am DSM-V oder ICD orientieren, bestimmt der Therapeut, welche psychische Störung bei einem Patienten vorliegt.

Der Therapeut schätzt aufgrund der Diagnose und der individuellen Situation des Patienten ein, wie die psychische Störung verlaufen wird. Generell haben psychische Störungen eine bessere Prognose, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Wenn mehrere psychische Störungen gleichzeitig vorliegen, wird die Behandlung meistens schwieriger. Viele psychische Störungen haben eine hohe Komorbidität.

Das bedeutet, dass neben der im Vordergrund stehenden psychischen Störung gleichzeitig noch andere psychische oder körperliche Störungen bestehen. Die Psychotherapie ist nur dann erfolgreich, wenn diese ebenfalls erkannt und behandelt werden. Wie eine psychische Störung entsteht, lässt sich bislang nicht eindeutig klären.

Experten gehen bei den meisten psychischen Störungen nicht von einer einzigen Ursache, sondern von einem Zusammenspiel aus mehreren Bedingungen aus, die zur Entstehung der Erkrankung beitragen. Ein häufig verwendetes Modell zur Erklärung der Ursachen ist das Vulnerabilitäts-Stress-Modell. Es geht davon aus, dass eine ungünstige Wechselwirkung aus biologischen, psychischen und sozialen Faktoren psychische Störungen hervorbringen kann.

Demnach spielen sowohl die Gene als auch die Umwelt eine entscheidende Rolle. Eine ungünstige genetische Veranlagung kann einen Menschen anfälliger für psychische Erkrankungen machen. Im Zusammenspiel mit seelischen Belastungen kann dann eine psychische Störung entstehen. Ist die Anfälligkeit Vulnerabilität hoch, kann bereits eine geringe Belastung eine Störung verursachen.

Doch auch Menschen, die genetisch kaum belastet sind, können aufgrund schwerer Belastungen z. Schweigepflicht Die Grundlage jeder Therapie ist das Gespräch zwischen Patient und Therapeut. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen beiden ist entscheidend, damit der Betroffene sich öffnen kann und der Therapeut einen umfangreichen Einblick in die Lebensgeschichte des Patienten erhält.

Die Informationen, die der Therapeut erhält, muss er vertraulich behandeln. Denn er unterliegt der Schweigepflicht und darf keine Informationen ohne das Einverständnis des Patienten weitergeben. Psychotherapie: Art der Behandlung Das Ziel einer Psychotherapie ist, die Symptome der vorliegenden psychischen Störung zu verringern oder zu beseitigen und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern.

Wie man dieses Ziel erreicht - also wie die Behandlung abläuft -, ist je nach Therapieform sehr unterschiedlich. Während beispielsweise die Verhaltenstherapie den Fokus auf die gezielte Veränderung von Denkmustern und Verhaltensweisen legt, geht es in tiefenpsychologischen und analytischen Psychotherapien zunächst um das Verständnis der Ursachen.

Welche Therapieform im Einzelfall angewendet wird, hängt unter anderem von der Diagnose ab. Der Therapeut sich an Methoden orientieren, die sich für die Behandlung der vorliegenden psychischen Störung als effektiv erwiesen haben. Die Dauer einer Psychotherapie hängt aber von der gewählten Therapieform und natürlich dem Behandlungsfortschritt ab.

Als Patient muss man sich darauf einstellen, dass psychische Störungen nicht über Nacht geheilt werden können. In der Regel erstreckt sich eine Psychotherapie deshalb über mehrere Monate bis Jahre. Betroffene sollten sich vor Behandlungsbeginn bei ihrer Krankenkasse erkundigen, für wie viele Sitzungen diese die Kosten übernimmt. In schweren Fällen erhält der Patient eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten.

Die Wirkung von Medikamenten kann gerade zum Beginn der Therapie den Erfolg beschleunigen. Zu beachten ist jedoch, dass die Medikamente Nebenwirkungen haben, und zudem ein Rückfall droht, wenn man sie absetzt. Insbesondere Beruhigungsmittel sind problematisch, da sie - anders als beispielsweise Antidepressiva - abhängig machen können. Auf lange Sicht ist daher für viele Störungen die Psychotherapie effektiver als Medikamente.

Ende der Therapie Am Ende der Therapie bereitet der Therapeut den Patienten auf die Zeit danach vor. Er erkundigt sich nach bestehenden Ängsten und Sorgen, die noch bearbeitet werden müssen. Wenn der Therapeut es für sinnvoll erachtet, kann die Behandlung in manchen Fällen auch verlängert werden. Nach der Therapie jedenfalls sollte der Patient das Gefühl haben, nun auch ohne den Therapeuten im Alltag zurechtzukommen.

Zum Inhaltsverzeichnis Welche Risiken birgt eine Psychotherapie? Nicht immer erzielt eine Psychotherapie positive Ergebnisse. In manchen Fällen werden die Ziele der Therapie nicht erreicht; gelegentlich treten auch unerwünschte Wirkungen der Therapie auf. Im schlimmsten Fall hinterlässt die Therapie sogar Schäden bei den Patienten. Kompetenz des Therapeuten Es gibt unterschiedliche Gründe für Fehlentwicklungen in der Psychotherapie.

Allerdings können Sie selber beurteilen, ob eine Therapie sinnvoll erscheint. Dazu sollten Sie zunächst zwei Fragen klären: 1. Habe ich ein Problem? Ist eine Psychotherapie bei meinem Problem wirksam? Wann benötige ich eine Psychotherapie? Wenn Sie sich psychisch belastet fühlen oder denken, Hilfe zu benötigen, ist der Weg zum Psychotherapeuten eine gute Idee.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Jeder der Hilfe benötigt, sollte sie auch erhalten. Falls Sie zu den vielen Menschen gehören, die sich bei dem Gedanken an eine Psychotherapie unwohl fühlen: Dazu besteht kein Anlass. Es ist ganz normal, um Hilfe zu fragen, wenn man sie braucht. Wenn Sie also schon länger mit den Gedanken spielen, eine Psychotherapie zu machen, lautet die Antwort vermutlich: Ja!

Versuchen Sie es! Im Rahmen des Erstgesprächs wird sich dann sehr schnell herausstellen, ob eine Psychotherapie das Richtige für Sie ist. Wenn Sie noch unsicher sind, können folgende Fragen helfen: Fühlen Sie sich anders als früher? Wenn es eine Veränderung gab — beunruhigt Sie das? Gibt es eine Eklärung dafür?

Wann ist Psychotherapie sinnvoll?

Gibt es Auswirkungen auf Ihr Berufsleben oder die alltägliche Arbeit? Machen Sie sich zu viele Sorgen oder haben Sie Angst? Haben Sie häufig negative Gedanken, Hassgefühle oder denken Sie an Selbstmord? Haben Sie jemanden, mit dem Sie über Probleme sprechen können? Bestehen die Probleme schon über einen längeren Zeitraum? Haben Sie erfolglos versucht, Ihre Probleme in den Griff zu bekommen?

Hilft Psychotherapie wirklich? Leider lässt sich die Frage nach der tatsächlichen Wirksamkeit gar nicht so einfach zu beantworten. Seit Jahren wird dazu geforscht und darüber diskutiert. Um die Sache ein wenig zu verkürzen: Ja, Psychotherapie wirkt — aber nicht bei jedem und nicht für jedes Problem. Die Wirksamkeit hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, welche sich zu 4 Punkten zusammenfassen lassen: Das Behandlungsmodell bzw.

Zweitens sind Patienten nicht immer umfassend darüber informiert, dass es in Therapien auch Rückschläge und schlechte Phasen geben kann. Ihre Vorwürfe lassen sich daher leicht entkräften. Im Zweifelsfall steht Aussage gegen Aussage. Kaum jemand kann später noch nachweisen, was genau in der Therapie gesagt wurde.

In den USA wird in manchen Therapierichtungen jede Sitzung per Video aufgezeichnet, um später genau nachvollziehen zu können, was tatsächlich gelaufen ist. Diese Vorgehensweise hat auch einen juristischen Hintergrund, der zum Schutz des Klienten beiträgt und eine objektivere Evaluation von Therapien fördert. PP: Lassen Vergleiche von Therapien verschiedener Therapieschulen Rückschlüsse darauf zu, ob eine Therapieschule der anderen überlegen oder unterlegen ist?

Märtens: Es gibt keine Therapie, die für einen Patienten völlig geeignet oder ungeeignet ist. Dabei sind ihre Erfolge und ihre möglichen Risiken und Nebenwirkungen, über die es zu wenig Angaben gibt, wesentlich relevanter für seine Entscheidung als die empirisch nachgewiesene Wirksamkeit. Es gibt natürlich Störungen, für die haben sich bestimmte Verfahren als Methode der Wahl etabliert und sollten daher auch eingesetzt werden.

Wann ist eine Psychotherapie sinnvoll?

Für Patienten mit solchen Störungen ist es daher wichtig, einen Therapeuten zu finden, der entsprechende Beziehungskompetenzen mitbringt. Märtens: Grundsätzlich befürworte ich die gründliche Patienteninformation. Patienten haben heute viele Möglichkeiten, sich über die Ziele, Methoden und Konzepte von verschiedenen Psychotherapieschulen zu erkundigen. Dann hätte der Patient ein differenzierteres Bild, das ihm bei seiner Entscheidung für oder gegen eine Psychotherapie, eine bestimmte Psychotherapieschule oder einen bestimmten Psychotherapeuten unterstützt.

PP: Was müsste auf jeden Fall in solch einem Beipackzettel stehen? Märtens: Es ist unerlässlich, den Patienten darüber zu informieren, dass es sich bei einer Psychotherapie um einen weitgehend unbestimmten Prozess handelt, der viele Chancen, aber auch zahlreiche Risiken birgt. Man könnte Psychotherapie mit einer Wanderung durch ein Gebirge vergleichen, bei dem es ja auch Höhen und Tiefen, beglückende Erlebnisse und Gefahren gibt.

Mit einer expliziten Aufforderung zur Thematisierung bekommt der Patient mehr Raum, die Probleme nicht auf seine Person zu beziehen.